Die Marimba, oft auch Marimbaphon genannt, ist
ein Schlaginstrument und gehört zur Familie der
Xylophone mit
einem bis zu 5 2/3 Oktaven großen
Tonumfang von
c² bis g7.
Geschichte
Im Gegensatz zu einem
Vibraphon mit
Metallklangstäben hat die Marimba Holzklangstäbe. Diese sind wie bei
einer
Klaviatur in zwei
Reihen chromatisch gestimmt angeordnet. Unter jedem Holzklangstab ist
zur intensiveren Schallabstrahlung ein senkrecht orientiertes Metallrohr
angebracht. Seine Länge ist so abgestimmt, dass die Luftsäule in seinem
Inneren in
Resonanz mit dem
Klangstab schwingt. Da die Holzklangplatten dünner und weicher sind,
klingt die Marimba dunkler und voller als ein Xylophon.
Nicht zu verwechseln ist die
Marimba mit der
Kalimba
(Mbira), einem Daumenklavier aus Afrika.
Die Marimba ist das Nationalinstrument von
Guatemala.
Rezente Marimbatraditionen gibt es heute noch in zehn
lateinamerikanischen Ländern: in Mexiko, Guatemala, Belize, Honduras, El
Salvador, Nicaragua, Costa Rica, Kolumbien, Ecuador und – schon beinahe
erloschen – in Brasilien. In Peru und Französisch-Guyana, wo durch
historische Quellen in vergangenen Jahrhunderten Xylophone belegt sind,
sind diese heute verschwunden. Gleiches gilt auch für Puerto Rico, von
wo das New Yorker Metropolitan Museum of Art ein 27 Klangplatten
umfassendes diatonisches Instrument besitzt, welches im 19. Jahrhundert
in seine Sammlung kam . Von Kuba lässt sich anhand eindeutiger Dokumente
bislang nicht mit Sicherheit feststellen, ob es eine einschlägige
Xylophon-Tradition dort überhaupt jemals gab. Die hin und wieder
genannte kubanische
marímbula wird zwar manchmal auch als Marimba bezeichnet, ist allerdings
kein Xylo-, sondern ein Lamellophon. In jenen Staaten, in denen es noch
eine lebendige Marimbakultur gibt, ist diese fast nie
Die
Marimba stammt aus Afrika. Vom 16. Jahrhundert an gibt es zahlreiche
schriftliche und ikonographische Quellen für Xylophone in Afrika. Der
älteste Hinweis – ein Bericht des arabischen Reisenden
Abu Abdullah Muhammad Ibn Battuta
über seinen Besuch im Königreich Mali – stammt aus dem Jahr 1352, somit
sogar aus einer Epoche lange vor Beginn des transatlantischen
Sklavenhandels. Die Instrumententypen, die sich in den frühen Quellen
finden, sind in der großen Mehrheit Rahmenxylophone mit
Kalebassenresonatoren oder Holmxylophone. Trog- oder Grubenxylophone
tauchen hingegen kaum oder zumindest erst sehr spät auf. In den
Manuscritti Araldi, einem zwischen 1654 und 1678 entstandenen Codex, der
vom italienischen Missionar Giovanni Antonio Cavazzi stammt und sich
heute in Modena befindet, wird einer der Musiker als „Marimbero“
bezeichnet, was die bislang älteste bekannte Verwendung des Begriffs
„Marimba“ im Zusammenhang mit einem Xylophon darstellt. Erstmals
tatsächlich in den Brennpunkt des Interesses der Forschung trat die
Marimba allerdings erst im ausgehenden 19. und beginnenden 20.
Jahrhundert im Zuge der
Kulturkreislehre. Bei dem Versuch, die Stimmungen
afrikanischer Instrumente von indonesischen Stimmungen abzuleiten, so
die Wanderung des Xylophons von Südostasien nach Afrika zu belegen und
damit die kreisförmige Ausbreitung von Kulturen von einem angenommenen
Zentrum aus – das zentrale Element der Kulturkreislehre – nachzuweisen,
nahm die Marimba eine zentrale Rolle – Albrecht Schneider spricht vom
„Xylophon als historischem Forschungsmittel“ – innerhalb dieser Theorie
ein. Heute finden sich Rahmen-, Holm-, Gruben-, Schenkel und
Trogxylophone sowie lose Klangstäbe in Afrika. Der bislang älteste
bekannte eindeutige Hinweis auf die Existenz einer Marimba in Amerika
findet sich im Bereich des heutigen Guatemala und stammt aus den letzten
Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts, konkret aus dem Jahr 1680. Quellen,
welche von manchen Autoren für den Nachweis der früheren Existenz von
Xylophonen herangezogen werden, etwa La cristianización de los indios de
Santa Lucía 1545 aus Chiapas, in der ein Musikinstrument namens yolotli
erwähnt wird, welches der Beschreibung nach ein Xylophon sein könnte,
und ein „präkolumbisches“ Codexfragment aus Guatemala liegen nur in
strittigen Kopien, nicht aber im Original vor. Für Südamerika sind die
ältesten Belege für Xylophone die 1722 in Rom publizierte Schrift
Gabinetto armonico des Jesuiten Filippo Bonanni, in der sich ein „Brasiliano
Moro, in atto de sonare la Marimba“ („brasilianischer Mohr im Begriff,
die Marimba zu spielen“) findet, und die aquarellierten
Federzeichnungen, die der Bischof von Trujillo, Baltazar Jaime Martínez
de Compañón, zwischen 1782 und 1787 in Auftrag gegeben hatte, darunter
eine Darstellung von „Negros tocando marimba y bailando“ („Marimba
spielende und tanzende Schwarze“). Speziell im 20. Jahrhundert waren die
Marimbatraditionen oft eng mit der politischen Geschichte der
betreffenden Länder – meist indirekt, hin und wieder jedoch auch direkt
als Teil ideologischer Konzepte, etwa in Guatemala, El Salvador oder
Ecuador – verknüpft. In Südamerika ist aufgrund der historischen und
geographischen Bedingungen das afrikanische Erbe noch heute besonders
gut zu erkennen. Im Fall von Brasilien ist wohl der über lange Zeiträume
große Anteil afrikanischstämmiger Populationen an der Gesamtbevölkerung
das ausschlaggebende Moment für den eher geringen Vermischungsgrad mit
europäischen Kulturelementen. In Kolumbien und Ecuador hingegen scheint
eher die lange weitgehende geographische Isolation der wesentliche
Faktor für die Konservierung des afrikanischen Erbes zu sein. Vergleicht
man historische Darstellungen von brasilianischen und afrikanischen
Marimbas, so sind die Übereinstimmungen tatsächlich verblüffend, und
selbst bei Vergleichen von historischen Abbildungen mit rezenten
Instrumenten sind die Ähnlichkeiten noch ganz offensichtlich.

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